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Der Lüner Stummhafen

Die Standortfrage ist ein wichtiger Faktor beim Bau eines Kohlekraftwerkes. Mit dem Stummhafen Lünen wurde ein Bauplatz gefunden, der bereits durch einen Kohle aufbereitenden Betrieb gekennzeichnet ist. Die gute Verkehrsanbindung durch die Lage am Datteln-Hamm-Kanal für die Kohlelogistik sowie die damit hohe Verfügbarkeit des Kühlwassers, eine als Industriegebiet ausgewiesene Grundstücksgröße und die Anbindungsmöglichkeit an das 380-kV-Höchstspannungstransportnetz waren weitere Pluspunkte für die Standortwahl.

Der Lüner Stummhafen - Ein Kohlestandort mit Tradition

Der Stummhafen in Lünen verdankt seine Existenz und seinen Namen der Zeche Minister Achenbach in Lünen-Brambauer. Diese gehörte bis zur Gründung der Ruhrkohle-AG (RAG) dem Unternehmen Gebrüder Stumm GmbH.

Durch den Abbau der reichen Kohlevorräte machten sich zunehmend Bergsenkungen bemerkbar. Im Raum Lippholthausen, wo über den Schacht IV der Zeche das STEAG Kraftwerk direkt mit Kohle versorgt wurde, machten die Absenkungen im Bereich des Datteln-Hamm-Kanals die Errichtung von Spundwänden notwendig, um das Einlaufen des Wassers aus dem Kanal zu verhindern.

Die nördlich angrenzenden Ackerflächen versumpften zusehends und wurden für die Landwirtschaft unbrauchbar. Die Gebrüder Stumm GmbH hat diese Flächen mit einer Größe von rund 32 ha aufgekauft, um die Bergehalde auf der anderen Kanalseite zu erweitern. In diesem Zusammenhang und im Zuge der Spundungsmaßnahmen wurde mit wenig Mehraufwand ein Hafenbecken angelegt, der heutige Stummhafen. Zu den bereits auf einer Strecke von 3,6 Kilometern errichteten Spundwänden kamen 665 Meter für das Hafenbecken hinzu. Die beiden Kailängen von 400 und 165 Metern waren zunächst als Ölhafen und für die Bauxitabladung für das Lippewerk sowie für die Kohleverladung der Zeche Minister Achenbach konzipiert. 1957 wurde das Hafenbecken geflutet und der Hafenbetrieb aufgenommen.

Heute wie damals wird der Stummhafen für die Kohleverladung genutzt. Täglich versorgen Schubverbände das Kraftwerk mit rund 6.000 Tonnen Steinkohle.