Das Funktionsschema
1. Kohletransport, Kohlesilos
Für den Betrieb des Kraftwerks werden heute pro Jahr etwa 1 Millionen Tonnen Steinkohle benötigt. Dazu werden pro Werktag bis zu 4 Binnenschiffe im kraftwerkseigenen Hafen entladen. Aufgrund der sehr guten Schiffsanbindungen zum Stummhafen kann die Steinkohle umweltfreundlich per Schiff über den Datteln-Hamm-Kanal zum Hafen gebracht werden. Nach der Entladung wird die Kohle in zwei großen Silos staubfrei gelagert. Der Transport vom Schiff zum Kraftwerk erfolgt über vollständig eingehauste Bänder, sodass praktisch keine Staubemissionen entstehen.
2. Kesselhaus
Über Förderbänder gelangt die Steinkohle aus den Silos ins Kesselhaus. Dort befindet sich der Dampferzeuger, in dem die Kohle nach der Mahlung und Trocknung verbrannt wird. Die erzeugte Wärme wird genutzt, um in Rohrleitungen Wasser in Wasserdampf umzuwandeln. Die eingesetzte Verbrennungstechnologie ist auf reine Import-Steinkohle optimiert. Zur Erreichung eines größtmöglichen Wirkungsgrades wird die Anlage mit überkritischen Dampfparametern gefahren.
3. Maschinenhaus
Im Maschinenhaus wird der Dampf mit hoher Temperatur und Druck in den hintereinandergeschalteten Hoch-, Mittel- und Niederdruckturbinen entspannt. Die sich mit 3000 U/min (= 50 U/s bzw. Hz) drehenden Turbinen treiben den Synchron-Generator an, der die mechanische in elektrische Energie umwandelt.
4. Rauchgasreinigung
Durch eine nachgeschaltete Rauchgasreinigungsanlage wird gewährleistet, dass alle Emissionsgrenzwerte sicher eingehalten werden, sodass keine Gefahr für die menschliche Gesundheit besteht. Die im Verbrennungs- und Reinigungsprozess entstehenden Reststoffe Flugasche, Grobasche und Gips werden wiederverwertet und in Zementwerken und der Baustoffindustrie eingesetzt. Sie ersetzen Naturstoffe wie Naturgips, sodass dessen Abbau mit all seinen Umweltbelastungen nicht mehr nötig ist. Die gereinigten Rauchgase werden über den Kühlturm abgeleitet.
5. Kühlturm
Das Kühlwasser verlässt mit etwa 30° C die Kondensatoren und wird von dort in die Rieselebene des Kühlturmes gepumpt. Dort regnet es in die Kühlturmtasse ab und wird durch die von unten aufströmende Außenluft heruntergekühlt. Der größte Teil des Kühlwassers gelangt in den Kreislauf zurück, der kleinere Teil verlässt den Kühlturm als reine Wasserdampfschwaden. Der entstehende Verlust wird durch aufbereitetes Wasser aus dem Datteln-Hamm-Kanal ersetzt. Das gereinigte Abwasser aus der Kühlturmabschlämmung und der Abwasseranlage der Rauchgasentschwefelung wird unter Beachtung aller relevanter Grenzwerte in die Lippe eingeleitet.
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Funktionsschema Trianel Steinkohlekraftwerk Lünenfileadmin/assets/tkl/Downloads/Funktionsschema/Trianel_Kohlekraftwerk_Funktionsschema.pdf